vor einem Jahr

Der aktuelle Import fossiler Energieträger (Erdöl, Erdgas, Steinkohle etc.) belastet Deutschland mit etwa 70 Mrd. € jährlich – rund 1,6% des BIP. Eine Verlagerung hin zur heimischen Energieproduktion hätte vielfältige ökonomische Vorteile: Sie würde das BIP stützen, Arbeitsplätze schaffen, regionale Entwicklung fördern, die Versorgung absichern, Preisstabilität erhöhen, den industriellen Wandel beschleunigen und gleichzeitig den Klimaschutz voranbringen. Aus volkswirtschaftlicher Sicht ist eine konsequente Substitution fossiler Importe durch lokale, erneuerbare Energiequellen nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch sinnvoll. 1. Einordnung der Importkosten: Obwohl Deutschland seine Importmenge an fossilen Energieträgern zwischen 2021 und 2024 um etwa 20 % reduziert hat, sind die Kosten nur begrenzt gesunken. Grund sind weiterhin hohe Preise für Öl und Gas. Die Ausgaben für fossile Energieimporte lagen 2022 noch bei über 137 Milliarden Euro und sind 2024 auf rund 70 Milliarden Euro gesunken – liegen damit aber immer noch über dem Vorkrisenniveau von 2021. 2. Ökonomische Effekte einer Versorgung durch lokale Energiequellen a) Stärkung von BIP und Wertschöpfung: Wenn diese 70 Mrd. Euro nicht ins Ausland abflössen, sondern in heimische Energieproduktion investiert würden, könnte dies erhebliche Wertschöpfung im Inland generieren. Studien zeigen, dass jeder Euro, der im Inland zirkuliert, Produktion, Löhne und Gewinne fördert. Eine ambitionierte Energiewende kann sogar positive gesamtwirtschaftliche Effekte erzeugen, insbesondere durch Investitionen in Infrastruktur und Anlagen. b) Beschäftigung: Der Arbeitsmarkt würde profitieren: Der Bereich erneuerbare Energien beschäftigt bereits über 400.000 Menschen (2023). Der weitere Ausbau schafft zusätzliche Facharbeitsplätze – von Planung über Bau bis hin zu Betrieb und Wartung. Trotz Arbeitsplatzverlusten in fossilen Sektoren zeigen Modelle einen positiven Netto-Effekt auf die Beschäftigung. c) Industrie- und Innovationsschub: Die Verlagerung hin zu lokaler Energieerzeugung stimuliert Investitionen (z. B. über 260 Milliarden Euro bis 2030 für den Stromsektor allein). Das stärkt die industrielle Wertschöpfung, fördert die Auslastung heimischer Hersteller (z. B. Turbinen, Solarmodule) und begünstigt die Entwicklung von Innovationsclustern, auch mit Exportpotenzial für Energietechnologien. d) Regionale Wertschöpfung: Kommunen und Regionen profitieren direkt: durch Pachteinnahmen, Gewerbesteuern, lokale Aufträge und Betreibergewinne. So kann eine dezentrale Energiewirtschaft gerade in ländlichen Räumen wirtschaftliche Impulse setzen und zur regionalen Gleichverteilung wirtschaftlicher Aktivität beitragen. e) Versorgungssicherheit: Ein höherer Anteil lokaler Energie verringert die Abhängigkeit von geopolitisch riskanten Importen. Die Versorgungssicherheit steigt, Lieferstopps oder Preiserpressung wirken weniger stark – ein klarer Vorteil für eine robuste, resiliente Volkswirtschaft. f) Preis- und Inflationsstabilität: Erneuerbare Energien verursachen keine Brennstoffkosten und sind deshalb weniger preissensibel als Öl oder Gas. Eine inländische Energieversorgung reduziert das Risiko von Preisschocks und kann dadurch Inflation dämpfen – wie die Krise 2022 eindrücklich zeigte. g) Klimaschutz und Umwelt: Fossile Importe sind Hauptverursacher von CO₂-Emissionen. Ihr Ersatz durch Erneuerbare ist zentral für die Erreichung der Klimaziele bis 2045. Zusätzlich entfallen Umweltbelastungen durch Abbau, Lecks oder Transporte fossiler Energien – sowohl im Inland als auch im Ausland.